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Donnerstag, 20. Oktober 2016

angstfraß


angst fressen seele auf, wissen wir ja. die eigene seele, weil man die überraschungen des lebens nicht mehr freien herzens annehmen kann, vielleicht, schlimmer noch, gar keine überraschungen mehr erlebt (das dilemma ist schön hier erzählt, ab 3:56). aber auch die seele einer gesellschaft wird durch angst zer- und aufgefressen. dann sehen wir das eigene im anderen nicht mehr. dann glauben wir denen, die sagen, dass wir unser eigenes vor fremden schützen müssen. dass wir grenzen ziehen und bürokratische trennungen vornehmen müssen dass wir das recht haben, dazu gewalt im herzen zu nähren und mit den händen anzuwenden.
oder:

für heute: angstfraß

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Donnerstag, 13. Oktober 2016

umständehalber


zum gestrigen eintrag möchte ich noch ergänzen, dass es natürlich möglich ist, sich ungeachtet jeden umstands dafür zu entscheiden, jeden leidvollen gedanken abzulegen. sehr lebensnah und praktisch orientiert finde ich da diese tipps. für fortgeschrittene ist the work von byron katie, die diesen ansatz so sehr zu ende denkt, dass, da jeden augenblick das intrinsisch richtige geschieht, niemals etwas an den umständen geändert werden muss.

für heute: umständehalber

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Mittwoch, 12. Oktober 2016

umstandslos

heute ein gedankengang gehabt zu den widersprüchlichen ansätzen mit den gegeben umständen umzugehen. inspiriert durch diesen text und vor allem seine kommentare und im versuch, die dem satz "wenn dir dein leben nicht gefällt, liegt es an deiner inneren einstellung" zugrunde liegende falle aufzubrechen, habe ich folgendes diagramm entworfen:



wenn man sich über die äußeren umstände nämlich beschwert, bekommt man oft zu hören, dass man an seiner inneren einstellung arbeiten soll ("entspann dich mal.", "andere haben es noch schwerer.", "denk doch mal positiv.", "du hast es dir doch ausgesucht."). das impliziert, dass man sich die misere selbst eingebrockt hat. manche miserable suppe ist aber von jemand anderem gekocht worden und ja, manchmal hat man sich selbst ausgesucht, nun diese auszulöffeln, aber nur, weil die alternativsuppe noch mehr zum kotzen ist.

mein punkt ist: auch die einstellung: "ehrlich, das und das läuft schlecht und so und so ist es gerechter / schöner / besser." ist eine grundlegend positive. und damit kann einem auch nicht die falsche innere einstellung vorgeworfen werden.

 für heute: umstandslos

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Sonntag, 9. Oktober 2016

nichtdenken

wie ich mich neulich mit einem anfangzwanzigjährigen männlichen weißen unverheirateten kollegen über die in flächen- und finanzhinsicht eingeschränkte wohnungsauswahl in unserer stadt unterhielt und er das problem an der tatsache nicht sah, dass ich von meinem gehalt sechs menschen auf fünfundsiebzig qm unterbringe und er von seinem gehalt ein zimmer in einer vierer-wg auf hundertsechzig qm bezahlt ("also für uns isch echt günschtig.").
das größte privileg ist es, nicht nachdenken zu müssen. und ich nehme mich ncht aus. ich bin auch ziemlich weit oben in der privilegienkette.
die subtilen -ismen in unserer gesellschaft kommen bestimmt daher, dass man an diesem oberen ende nicht nachdenken muss. von: "ich kann mir nicht vorstellen, dass es das noch gibt. erstens weiß doch jede*r, dass das nicht gut ist. und zweitens habe ich das so nie miterlebt. außer wenn es mal lustig gemeint war." bis dahin, dass man über etwas nicht nachdenken muss und etwas nicht in aller tiefe nachfühlen kann, wenn es einen nicht betrifft.


für heute: nichtdenken

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Donnerstag, 6. Oktober 2016

gelbgetupft

die aneignung des uns umgebenden raums ist keine einfache. von 2011 bis 2014 haben wir einen stadtteilgarten betrieben und mit am spannendsten fand ich das gefühl, dass ich mich mit meiner umgebung verbinde. dadurch gewinne ich selbst an wirklichkeit. neulich haben die kinder und ich im hof einen mülleimer angemalt. mit gelben tupfen. da war es wieder, das verbindungsgefühl. das ich-gehöre-hierher-gefühl.
was mir schon seit jeher sehr seltsam vorkommt, ist der gedanke, dass einem land gehört. man baut einen zaun um ein stück land, baut sein häuschen drauf und sagt: "das ist meins." ich denke, da handelt es sich um die verwechslung von ich-gehöre-hierher und das-hier-gehört-mir.
das verwechselt man ja auch oft im menschlichen miteinander. ich-gehöre-zu-diesem-menschen versus dieser-mensch-gehört-mir. (deutlicher wird dieser gedanke vielleicht, wenn 'mensch' durch 'kind' ersetzt wird.)
nochmal zurück zum land, das einem gehört. das ganze funktioniert nur, wenn alle an dasselbe glauben. unser stadtteilgarten war eine zwischennutzung auf einem gelände, auf dem früher oder später gebaut wird. wem "gehört" denn nun dieses land mehr: der bank, die dafür geld bezahlt hat und außerdem für einen zaun mit schild dran? oder den leuten drumherum, die sich dort aufhalten und ihr gemüse anpflanzen können. hinweis: alle glauben ersteres. aber wieso geht der glauben an die besitztumsheiligkeit einher mit dem an die unbenutzbarkeit? wieso darf man land, das um einen herum ist, nicht einfach benutzen?
mein traum wäre, dass alle unbenutzen flächen vor allem in städten, einfach so betreten und gestaltet werden können. das dieser gedanke selbstverständlich ist und nicht der, dass solche flächen verbotenes gebiet sind. ich wette, dann wären diese flächen auch weniger verwahrlost. dann gäbe es ein das-gehört-ZU-mir-gefühl und das führt meistens zu großer sorgfalt und verantwortlichkeit.

für heute: gelbgetupft

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Samstag, 1. Oktober 2016

sehenden auges

ich finde es sehr spannend wie cameron russel herausarbeitet, dass sie nicht nur glück hinsichtlich ihres genetischen, sondern auch ihres gesellschaftlichen erbes hatte. da bekommt das nature-nurture-spiel nochmal einen ganz anderen twist, über den ich nochmal nachdenken muss.



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Dienstag, 27. September 2016

kaffeekopp

für alle, die kaffee aus alukapseln ohne schlechtes gewissen trinken möchten, hier mal eine fundierte rechnung.

für heute: kaffeekopp

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Sonntag, 25. September 2016

weitergeben

manchmal, wenn ich so darüber nachdenke, was wir den kindern "zu ihrem eigenen besten" verbieten sollten, zum beispiel eine für uns übermäßige handynutzung, dann denke ich, dass die kinder schon wissen, was sie tun. das ist jetzt ihre welt. sie wissen schon, wie sie damit umzugehen haben. und wenn ich meine große sehe, wie sie sich das handy zu eigen macht, wie sie mit ihren ehemaligen mitschüler*inne*n in kontakt steht und mit ihrer tante und mit ihrer patentante, so wie ich das nie getan habe, dann denke ich, es wird schon alles gut. die jungen wissen schon, was sie tun.
dieser text hat nicht direkt etwas mit diesem gedanken zu tun, aber ich finde, er geht in eine ähnliche richtung. wenn ich zeit habe, denke ich darüber nach, wieso.

für heute: weitergeben

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Dienstag, 6. September 2016

subtilsexismus

ich denke schon lange darüber nach, welches wort die immer noch und schon wieder geschlechtlich aufgeteilte gesellschaft beschreiben mag, wenn an vielen stellen der uns heute so offensichtliche sexismus der guten-alten-zeit einer subtileren variante gewichen ist. ein paar gute gedankenanstöße, die ich mir noch genauer zu gemüte führen muss, finden sich hier.

für heute: subtilsexismus

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Dienstag, 30. August 2016

aufstandsmüde

so wichtig: #ElternmachenAufstand und für mich gerade so nicht machbar -weil ich so müde bin. aber zuschauen tu ich gern.


für heute: aufstandsmüde

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Montag, 25. Juli 2016

creative

justina blakeney hat nicht nur immer wieder wunderschöne bilder, sondern spricht oft wahre worte, zum beispiel heute: on creativity.

für heute: creative

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Sonntag, 17. Juli 2016

vatersein

in unserer gesellschaft ist schon einges gut. und einges wurde auf- und erarbeitet. gerade was sexismus und rassismus betrifft. in einigen blasen sind diese nur noch so subtil vorhanden, dass ich genau hingucken muss. manchmal denke ich sogar, dass besser ein neues wort erfunden werden sollte. so möchte ich gerne nicht sexistisch sein und doch denke ich oft, dass väter ihre kinder leichter von jemand anders betreuen lassen als mütter. gut, dass es dann texte wie diesen gibt, der mich eines anderen besinnen lässt.

für heute: vatersein

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Dienstag, 12. Juli 2016

verzweibarkeit

hier hatte ich ja schon mal was gesammelt. hier noch mehr inspiration zum nachdenken und dann so *denkerpose-einnehmend* vielleicht eine eigene meinung bilden. zeit wärs, erfahrung ist ja da.

für heute: verzweibarkeit

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Sonntag, 10. Juli 2016

geschichtsträchtig

in welchem abschnitt der geschichte leben wir eigentlich. mein eigenes kleines leben ist im moment so aufreibend und jeder tag so schnell vorbei, dass mir die gedanken an das große ganze gar nicht kommen. dabei ist es so spannend zu überlegen: in welcher welt leben wir eigentlich? wie formen wir die welt? im kleinen. und wie formt sich die welt? wie leben einmal unsere kinder? ich hoffe, ich habe dazu mal was vor gedacht. bis dahin habe ich das hier zum lesen und nach-denken: kinder: euch sollte es doch mal besser gehen.


für heute: geschichtsträchtig

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Mittwoch, 29. Juni 2016

vereinbarung

ein schweres thema, ein aufgeregtes thema. ein thema, zu dem ich noch keine fertige meinung habe. andere schon und die ist gar nicht so verkehrt: vereinbarkeit? ha.ha.ha.


für heute: vereinbarung

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Sonntag, 29. Mai 2016

andersform

das denken in anderen gesellschaftsstrukturen ist ja bekanntlich eines der schwersten. dazu sind mir heute zwei artikel über den weg gelaufen, die beide für mehr menschlichkeit in unserem leben plädieren. der eine, indem er die elternschaft zum auflösungspunkt der heutigen umgangsformen mit menschen im berufsleben erklärt. der andere betrachtet heute noch existierende matriarchal geführte gesellschaften. hier scheint es deswegen menschlich zugewandter zuzugehen, weil konflikte mithilfe des gesamten clans und mit dem ziel des einstimmigen ergebnisses gelöst werden.

für heute: andersform

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Samstag, 14. Mai 2016

verletzlich

ein TED-talk zum thema verletzlichkeit: Brene Brown: Die Macht der Verletzlichkeit
interessanterweise kann ich mich so semiöffentlich dieses blog ist nicht klar dazu äußern, warum das thema für mich so spannend ist. zum teilen reicht es aber...

für heute: verletzlich

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